Einstimmig hat die Gemeindevertretung am 11.07.2024 den Umbau und die Erweiterung des Kindergartens Schwalbennest in Sipperhausen beschlossen. Im denkmalgeschützten Altbau, der seit 1995 als Kindertagesstätte genutzt wird, sollen u.a. ein neuer, zeitgemäßer Gruppenraum, eine Küche, eine Mensa und ein Personalraum entstehen.
Grundlage der Entscheidung war die vorläufige Kostenschätzung eines Architekten über 650.000 EUR. Da es sich um eine Altbausanierung handelt, war darin auf mögliche Kostensteigerungen, die erst während der Bauarbeiten zutage treten können, hingewiesen worden. Außerdem waren Kostenzuschüsse des Kreises angefragt, mangels aktueller Zusagen jedoch nicht eingeplant. Zwischenzeitlich wurden seitens des Schwalm-Eder-Kreises Mittel in Höhe von 60.000 EUR aus dem Kreisausgleichsstock bereitgestellt.
Im November 2025 hat die Gemeindevertretung auf Basis aktueller Erkenntnisse den Kostenrahmen um 475.000 EUR auf 1.125.000 EUR erweitert. Nur 12 von 18 anwesenden Gemeindevertretern stimmten noch zu. Die übrigen Mandatsträger, insbesondere die der Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal (GL), wollten „den neuen Kostenrahmen“ nicht mittragen bzw. enthielten sich. Angesichts der Folgen eines möglicherweise daraus resultierenden Baustopps für Kinder, Eltern und Belegschaft wäre das aus unserer Sicht nicht verantwortbar. Für uns hat die zügige Fertigstellung Priorität; der Bezug der sanierten bzw. neugeschaffenen Räume soll nach den Sommerferien erfolgen.
Befremdlich finden wir auch, dass die Kritiker keinerlei konkrete Einwände an den Gesamtausgaben vorgebracht oder gar Einsparvorschläge unterbreitet haben.
Abgesehen von der eher naiven Einlassung, es würde doch ausreichen, wenn die Kinder ein Dach über dem Kopf hätten. Stattdessen verlegte man sich auf Kritik am Bürgermeister, dem mit harschen Worten vorgeworfen wurde, er habe über Abstimmungsergebnisse des Gemeindevorstands vorsätzlich nicht informiert!
Das ist wiederum Unsinn, weil alle Fraktionen im Gemeindevorstand vertreten sind. Auch ihre Gemeindevorstandsmitglieder haben das Recht und die Aufgabe, ihre Fraktion zu informieren. Tun sie das nicht, ist das nicht die Schuld des Bürgermeisters.
Unbeeindruckt vom wohl eher wahlkampfbestimmten „Sturm im Wasserglas“ hat der Gemeindevorstand im Sinne der Kindergartenkinder in Sipperhausen und deren Eltern richtig gehandelt und die Aufträge bereits vor der Beschlussfassung der Gemeindevertretung im November 2025 vergeben, um damit unnötige Verzögerungen im Ablauf der Baumaßnahmen zu verhindern.

Seit Bau der neuen Straßeninfrastruktur mit Autobahnzubringer (K 15) und dem Autobahnanschluss Malsfeld ist nicht nur einiges an Zeit vergangen, sondern man kann auch auf umfassende Erfahrungswerte zurückblicken. Die alte Brücke gegenüber der Einmündung zur Schulstraße, die die vorbeschriebene frühere Kanonenbahntrasse überspannt, ist für den Autoverkehr gesperrt und gilt als Industriedenkmal.
Es gab daher immer wieder Überlegungen, diese Brücke zu ersetzen und eine alternative Zufahrtsmöglichkeit in diesem Bereich zwischen gesperrter Brücke und dem höhenbeschränkten Viadukt gegenüber der Fuldatalhalle zu schaffen, u.a. um dem Schwerlastverkehr uneingeschränkt eine Zufahrtsmöglichkeit in die Ortslage Malsfeld zu ermöglichen.
Folgende Varianten wären denkbar:
Abriss des höhenbeschränkten Viadukts gegenüber der Fuldatalhalle und Abriss der alten, gesperrten Brücke
Bau einer neuen Verbindungsstraße etwa zwischen Feuerwehr über die alte Schienentrasse zur „Elfershäuser Straße“ und Abriss der alten, gesperrten Brücke
Neubau einer Brücke, verbunden mit Abriss der alten, gesperrten Brücke
Abriss der alten, gesperrten Brücke, Schüttung eines Erddammes und Querung mit neuer Straße
Auswirkungen und Konsequenzen:
Mit Realisierung einer der vorstehenden Varianten wäre wahrscheinlich, dass Schulstraße und Stettiner Straße (Schulweg für Kinder), Sandweg (Engstelle) oder die Elfershäuser Straße (mit Weiterfahrt durch den halben Ort) zusätzlich durch Verkehr, insbes. Schwerlastverkehr, tangiert werden würden.
Da es sich um ein kommunales Projekt handelt, würden erhebliche Kosten im 7-stelligen Bereich, ganz gleich bei welcher Variante, auf die Gemeinde zukommen
Erhebliche Kosten zur Baurechtsschaffung für Planung und Gutachten
Unser Standpunkt, unsere Position:
Die aktuelle Situation mit höhenbeschränktem Viadukt und gesperrter Brücke stellt einen gewissen Schutz vor uneingeschränktem Schwerlastverkehr dar und führt für alle Verkehrsteilnehmer zu einer langsamen Einfahrt in den Ort
Edeka und Fa. Linss sind unverzichtbar für Malsfeld mit allen Ortsteilen und müssen entsprechend mit Fahrzeugen angedient werden. Eine neue Querung, wie vorbeschrieben, wäre nur eine Verlagerung des Problems
Wir plädieren aus den dargestellten Gründen dafür, keine neue Straße oder Verbindung nach den vorbeschriebenen Varianten zu bauen. Vielmehr sollte Geduld aufgebracht und die mittelfristig angekündigte Sanierung des Viadukts in der Lindenstraße durch die Deutsche Bahn abgewartet werden. Mit einem neuen, nicht eingeschränkten Höhenprofil könnten die großen LKWs auf direktem Weg von der B 83, vorbei am Containerbahnhof durch das neue Brückenbauwerk auf kurzem Weg direkt zum Edeka-Markt und zur Fa. Linss gelangen.
Zugleich sollte geprüft werden, die alte, gesperrte Brücke ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer grundhaft zu sanieren, nicht zuletzt deshalb, um am Ortseingang eine Dorfverschönerung zu erwirken.
Sollte eine Sanierung nicht möglich oder aus Kostengründen unattraktiv sein, sollte alternativ nach Abriss ein neuer Übergang wiederum für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.

